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Dem Agrobusiness auf der Spur

Erdkunde LK besucht Futtermittelhersteller RWZ im Neusser Hafen

Rohwarenanlieferung per Schiff oder LKW, Futtermittelproduktion und Weitervertrieb an den Landwirt – alles digital gestützt und kontrolliert: Diese Waren- und Logistikkette konnte der Leistungskurs der Jahrgangsstufe Q1 am 31. Mai hautnah miterleben während einer Exkursion zum Kraftfutterwerk der Raiffeisen Waren-Zentrale im Neusser Hafen.
In seinem Einstiegsvortrag erläuterte der Bereichsleiter Futtermittel und Agraringenieur Fried Flocke die Zusammenhänge zwischen der Globalisierung der Nahrungsmittelproduktion und dem regionalen Vertrieb von Futtermitteln in der Tiermast. So wurde deutlich, dass in der Landwirtschaft ein enormer Kostendruck herrscht, der sich auch in der Futtermittelproduktion niederschlägt. Erschwerend kommt hinzu, dass mit dem steigenden Wohlstand auf dem asiatischen Kontinent der weltweite Fleischhunger extrem ansteigt, sodass hier eine neue Konkurrenz erwächst, was die Landwirtschaft in Deutschland weiter unter Druck setzt. Nicht ohne Ironie musste der Fachlehrer leider konstatieren, dass die Bereitschaft zur Investition in ein neues Smartphone oder einen High-Tech-Grill in mitteleuropäischen Gefilden größer ist als der Genuss eines qualitativ hochwertigen Stücks Fleisch. Die aktuelle Debatte um einen Facebookeintrag auf der Homepage des größten europäischen Discounters führte den Schülern die Aktualität ihres Besuchs nochmals vor Augen.
Im Anschluss übernahm Geschäftsführer Peter Kubosch und zeigte den interessierten Schülern der Qualifikationsphase das Betriebsgelände am Hafen. Kubosch wies unter anderem daraufhin, dass die unternehmenseigenen Lastkraftwagen verschiedene Ladekammern haben, um während der Zustellung mehrere Landwirte auf einer Tour mit Futtermitteln versorgen zu können. Im Mischwerk ging es dann um die verschiedensten Futtermittel basierend auf Getreide oder Ölsaaten. Insgesamt verfügt die Firma über mehr als 1000 verschiedene Rezepturen zur Herstellung von Futtermitteln, um einerseits den Wünschen der Landwirten entgegen zu kommen und andererseits den gestiegenen Ansprüchen der Tiermast gerecht zu werden. Im Regieraum wurde dann nochmal deutlich, dass auch in diesem Bereich der Landwirtschaft die Digitalisierung schon weit vorangeschritten ist und annähernd alle Prozesse softwaregestützt ablaufen.
In einem abschließenden Reflexionsgespräch wurde die Exkursion ausgewertet und Jobperspektiven den angehenden Abiturienten vorgestellt. Dabei durfte das Wichtigste des Tages nicht ausgespart bleiben: ein riesiges Dankeschön des Kurses an die beiden Tourguides. Neben den interessanten inhaltlichen Aspekten konnten Herr Kubosch als auch Herr Flocke dazu beitragen, dass dem Kurs das derzeit im Unterricht behandelte Thema Agrobusiness und Welternährungskrise mit diesem Teilaspekt fassbar gemacht wurde und das gratis. Erdkunde am Gymnasium Jüchen bedeutet also auch: Inhalte erfahren in der realen Welt.
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