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Unsere 6b in Köln zwischen Heulsusen, Einäugigen und sagenhaften Helden

2018 litCologne 01 1Eine Veranstaltung der ganz besonderen Art besuchte unsere Klasse 6b zur Leseförderung in Köln. Am 14. März führte ein Unterrichtsgang sie auf das internationale Literaturfest „lit.kid.COLOGNE“. Zuvor hatte sich ihr Deutschlehrer Frank Wäntig im Rahmen des Programms „Klasse-Buch“ stellvertretend für die 6b beworben und tatsächlich Eintrittskarten für eine zur aktuellen Unterrichtsreihe „Heldensagen“ passende Autorenlesung gewonnen.
Dazu durften die Klasse, Herr Wäntig und ihre Klassenleiterin Gabriele Settels ihre Plätze an einem ungewöhnlichen Ort, im COMEDIA-Theater in der Südstadt, einnehmen. Nach der Begrüßung durch Tobias Bungter, seines Zeichens TV-erprobter Journalist, Autor und Regisseur, lauschten alle interessiert dem preisgekrönten niederländischen Autoren Simon van der Geest, der aus seinem Werk „Dysseus“ wechselseitig mit Bungter vorlas und seine Zuhörer in Versform auf eine unvergessliche Odyssee in unsere sagenhaft verfremdete Gegenwart mitnahm. Die 6b fieberte dabei mit der Hauptfigur namens Dysseus mit, der – schüchtern und ständig tyrannisiert von größeren Jugendlichen – sich ersehnt hat, nur ein einziges Mal ein Held zu sein und sich und seine Freunde aus brenzligen Situationen befreien zu können. Kaum gewünscht, verirren sich Dysseus und seine Freunde, und der Junge muss tatsächlich die Führung auf einem Weg voller Gefahren übernehmen, auf dem unter Anderem furchteinflößende Giganten und ein haariger Bluthund lauern.
Für sein literarisches Werk wurde Simon van der Geest bereits zweifach mit dem „Goldenen Griffel“, dem wichtigsten Preis für Kinder- und Jugendliteratur in den Niederlanden, ausgezeichnet. Dass er es meisterhaft versteht, sich auf junge Leser einzulassen, zeigte sich spätestens in der lebendigen Fragerunde an den Autor, die unsere 6b durch interessante Anfragen bereicherte. So erfuhren die Zuhörer durch Leonies Frage, dass das Buch „Dysseus“ ganze fünf Jahre bis zur Fertigstellung gebraucht hat. Dass Dysseus‘ Freunde alle ihre wahren Vorbilder in van der Geests Freunden der Kindheit haben, faszinierte unsere Schüler besonders. Der Autor verriet Anna-Maria, dass seine Freunde es ihm nicht übel genommen hätten, dass er sie in seinem Werk hat sterben lassen, sondern dass sie ihre literarischen Pendants vielmehr „cool und heldenhaft“ fänden. Und Maries Frage, warum jemand die Odyssee „noch einmal aufschreiben wollte, obwohl es sie schon gab“, brachte van der Geest selbst zum Nachdenken. Nach kurzer Bedenkzeit stellte er etwas verblüfft fest, dass er es „einfach gefühlt“ habe, dass er dieses Werk neu aufschreiben musste. Gleichzeitig hoffe er, dass man sich durch seine Neuschöpfung auch der alten Erzählung wieder widme, und ließ sich vom Publikum erzählen, welche Kenntnisse es von Homers Werk hat. Unsere 6b konnte mit ihrem Wissen punkten, denn die Odyssee hatten sie natürlich bereits im Deutschunterricht bei Herrn Wäntig kennen gelernt.
Für unsere Schülerinnen und Schüler war der Besuch auf der lit.kid.COLOGNE mit anschließendem Stadtbummel ein voller Erfolg mit einem ganz besonderen Lesetipp für die nahenden Osterferien. Und so mancher von ihnen nimmt nun sicherlich wie van der Geest früher seine heutigen Schulfreunde genauer in den Blick, um in ihnen auch „kleine Helden des Alltags“ zu entdecken.

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